Alternative (ökologische und/oder individuelle) Bestattungen

22. September 2022

In einer Welt, die immer mehr nach Selbstverwirklichung und Umweltbewusstsein strebt, wächst natürlich auch die Nachfrage nach alternativen Bestattungen deutlich.

Angebote über alternative Bestattungen gibt es reichlich. Folgend möchten wir Ihnen kurz die generellen Ideen dahinter vorstellen.

Ökologisch nachhaltig

Wenn einem Menschen die Umwelt sehr am Herzen liegt, dann lässt sich natürlich die Abschiednahme, die Beisetzung und auch die Ruhestätte danach planen und gestalten.

Die erste Entscheidung ist oft die schwerste: tatsächlich können Sie aus ökologischer Sicht nichts Schlimmeres tun, als sich für eine Feuerbestattung zu entscheiden. Bei dem Prozess wird viel Energie (Gas, Öl oder Holz) benötigt, es kommt zu einem hohen CO2 Ausstoß und schlussendlich kann die Natur noch nicht mal mit der Asche etwas anfangen, wenn sie in einer Urne ist, die nicht verrottet.

Bei einer Erdbestattung hingegen geben Sie der Natur viele wichtige Nährstoffe zurück. Während sich unser Körper auflöst, wird er wieder Teil des Ganzen und unterstützt während des gesamten Prozesses zig Millionen Lebewesen. Direkt, und auch indirekt dadurch, dass der Boden den tatsächlich besten Dünger erhält, den es gibt.

Vorausgesetzt Sie liegen nicht in einem Plastiksarg, gebettet in Polyester, logisch.

Deswegen gibt es sogar aktuelle Entwicklungen (z.B. Reerdigungen), die sich mit einer pietätvollen Kompostierung Verstorbener beschäftigen. Aber, wie gesagt, das ist noch in der Entwicklung.
Hier gibt es ein aktuelles Interview zu dem Thema mit Mark Benecke.

Auch bei der Ruhestätte lohnt sich ein zweiter Blick. Bei einer Seebestattung zum Beispiel treiben Sie den CO2 Ausstoß noch einmal hoch. Sowohl Ihre Familie und Freunde reisen womöglich zur See, Sie tun es auf jeden Fall, samt Schiff, das für Sie ausläuft. Zu toppen wären die Emissionswerte in dem Fall nur dadurch, dass Sie Ihre Asche in einer Kapsel ins Weltall schießen lassen.

Wenn es darum geht, dass Sie anonym bestattet werden möchten, das lässt sich auch auf Waldfriedhöfen in der Nähe realisieren. Ganz generell können wir nur empfehlen sich die Friedhöfe in der Nähe mal genauer anzuschauen. Einige von ihnen sind Oasen für die Natur. Sie sehen das nicht nur an den Bäumen und Pflanzen, sondern auch an der Vielzahl von Insekten und Vögeln (und Eichhörnchen), die diese Orte der Ruhe für sich schätzen.

Diese Orte werden ohne Gräber verschwinden, unweigerlich.

Individuell

Alternativ bedeutet nicht unbedingt ökologisch. Sondern kann auch eben alternativ zu Traditionen, zu dem herkömmlichen, dem bisher erlebten meinen.

Auch in diesem Punkt hat sich in unserer Branche in den letzten Jahren viel getan.

So nennt man zum Beispiel die Raue oder Trauerfeier heute gerne Lebensfeier. Schließlich geht es doch darum das Leben des Verstorbenen zu feiern (und nicht dessen Tod).

Einige von Ihnen kennen vielleicht sogar noch den Begriff „Leichenschmaus“ – für viele könnte dieser Ausdruck heutzutage gar nicht unpassender sein.

Ein Wort, dass sich auch immer mehr wandelt ist das der „Angehörigen“ oder „Hinterbliebenen“, stattdessen benutzen wir zunehmend „Zugehörige“.


Wir erleben immer öfter, dass die Angehörigen Wert darauf legen die letzte Zeit aktiv mitzugestalten bzw. zu begleiten. Das fängt bei der Urne / dem Sarg an (schauen Sie gerne mal nach dem Beitrag „Den Sarg bemalen“). Und es geht weiter, z. B. dadurch, dass man keine Blumen beim Floristen bestellt, sondern die aus dem eigenen Garten nimmt. Gerne bereiten Angehörige auch kleine Geschenke vor, die die Gäste eben als ihr eigenes Andenken an den Verstorbenen erhalten.

Und etwas, was früher total normal war, aber eine Zeitlang vergessen schien, nimmt auch wieder mehr Einzug in unsere Trauerkultur: die Verabschiedung zuhause.
Wenn jemand daheim verstirbt, dann darf er bis zu 36 Stunden dortbleiben. Das nutzen immer mehr Menschen, um sich im häuslichen Umfeld zu verabschieden. Aber auch, wenn der Tod woanders eintrat, ist die Aufbahrung im eigenen Heim kein Problem (wenn die Räumlichkeiten es hergeben).

Es scheint, als ob die Hemmschwellen Verstorbenen gegenüber erfreulicherweise immer mehr überwunden werden.
Auch unser Angebot, den Verstorbenen gemeinsam zu waschen und anzuziehen wird immer öfter angenommen und als sehr positiv empfunden. Die Fahrt in das Krematorium darf man natürlich auch begleiten.

Und um den Absatz zum Brechen mit Traditionen zu beenden: bei vielen Beisetzungen wird derweilen ausdrücklich darum gebeten, kein Schwarz zu tragen.

Ganz anders

Und immer öfter werden wir auch nach ganz anderen Bestattungsformen gefragt: Können wir die Urne mit der Asche mit nach Hause nehmen? Kann man aus der Asche einen Diamanten machen? Wir haben davon gehört, dass man aus der Asche einen Baum wachsen lassen kann und den dann Zuhause einpflanzt? Wir würden die Asche gerne in den Rhein geben, geht das?

Jaein!

Manches davon geht, manches ein bisschen, und anderes würde wohl gehen, ist aber verboten.

Wir haben in Deutschland und den Bundesländern Bestattungsgesetze, dass uns recht genaue Vorgaben zum Umgang mit und den Verbleib von Verstorbenen machen. Durch die Überbringung des Verstorbenen in das Ausland lassen sich diese Regelungen zwar teilweise umgehen, sie ändern aber nichts an der Situation hier.
Deswegen, wenn Sie solche Angebote sehen, schauen Sie bitte genau hin!

Worauf es ankommt

Gut ist, was Ihr draus macht! Der Anlass bleibt immer tragisch und / oder traurig, und dazu braucht es eben auch Raum. Und dieser Raum kann genauso die Gemeinschaft sein, wie auch ein Ort, den man aufsuchen kann, wenn man ihn braucht.

Deswegen, verstehen Sie uns bitte richtig: das oberste und wichtigste Ziel ist immer, dass alles so gemacht wird, wie Sie es möchten!
Wir werden Ihre Entscheidung niemals bewerten.

Wir möchten mit diesem Beitrag nur abermals motivieren über die „Entscheidungen am Ende“ genau nachzudenken und stehen Ihnen sehr gerne für alle Ihre Fragen persönlich zur Verfügung.

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